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Muss uns das Leben erst aus der Bahn werfen?

Manchmal geschieht etwas, auf das wir nicht vorbereitet sind:
Eine Trennung.
Ein Verlust.
Eine berufliche Veränderung.
Eine Diagnose.
Ein Ereignis, das unsere bisherige Ordnung plötzlich infrage stellt.

Wir nennen es Krise.

Und natürlich kann oder wird es zunächst genau das sein: schmerzhaft, beängstigend, überwältigend.

Doch ich habe in meinem eigenen Leben mehrfach etwas Erstaunliches erlebt:

Gerade wenn das Gewohnte nicht mehr trägt, können Kräfte in uns auftauchen, von denen wir vorher kaum etwas wussten:

Wir werden kreativ.
Treffen Entscheidungen.
Bitten um Hilfe.
Setzen Grenzen.
Wagen Schritte, die wir uns vorher nicht zugetraut hätten.

Plötzlich entdecken wir Seiten an uns, die im geregelten Alltag kaum Raum hatten.

Möglicherweise liegt genau darin eine unbequeme Frage:

Muss das Leben uns eigentlich erst aus unserer alten Spur werfen, damit wir unser ungelebtes Leben entdecken?

Oder können wir selbst beginnen?

Womöglich gibt es längst etwas in Ihrem Leben, von dem Sie spüren:
Das passt nicht mehr:

Eine Gewohnheit.
Eine Rolle.
Eine Aufgabe.
Eine Beziehung zu sich selbst.
Ein „Das macht man eben so“.

Und gleichzeitig gibt es vielleicht diese leise Ahnung:
Da wartet noch etwas anderes auf mich.

Das Schwierige daran:
Der neue Weg liegt selten fertig vor uns.
Er entsteht beim Gehen.

Der Verstand möchte vorher wissen, ob es funktioniert.
Aber das Leben gibt uns diese Garantie nicht.

Vielleicht braucht es deshalb gar nicht zuerst mehr Sicherheit.
Es braucht den Mut, mit der vorhandenen Unsicherheit den ersten Schritt zu gehen:

Nicht kopflos.
Nicht gegen die Angst,
sondern mit ihr.

Denn manchmal müssen wir gar nicht stärker werden.
Manchmal dürfen wir entdecken, wie viel Stärke längst in uns lebt.

Und deshalb beschäftigt mich gerade eine Frage:

Welche alte Spur würden Sie verlassen, wenn Sie wüssten, dass Sie sich selbst auch auf dem neuen Weg tragen können?